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Müll vermeiden, gesünder leben und Geld sparen - jetzt auch bei der Monatshygiene

Monatsblutung? fand ich früher einfach nur unnötig, unangenehm, nervig und peinlich - und sehr schmerzhaft ... Darüber spricht man nicht, das hat man einfach auszuhalten, Stöpsel rein und gut - ...weitermachen...

Erst mit der Zeit, vor allem als ich Mama werden wollte, lernte ich meinen Zyklus und auch die damit verbundene monatliche Übung mehr zu schätzen. Mittlerweile bin ich dankbar, dass ich sie noch ein Weilchen begrüßen darf, die Erdbeerzeit.

Unser Zyklus ist es schließlich ,der uns zur Frau macht, zur Göttin, die neues Leben entstehen lassen und gebären kann.

Und ich habe das große Glück, nicht berufstätig außer Haus zu sein und mein Leben zumindest ein kleines bisschen nach meinem Zyklus ausrichten zu können. So wie es in anderen Kulturen zur Normalität gehört, dass Frauen sich während der Periode regenerieren dürfen, eine Pause machen dürfen, umsorgt werden etc. - so versuche auch ich in diesen Tagen immer ein wenig kürzer zu treten - zumindest nehme ich es mir fest vor und versuche hinzuschauen, was ich brauche.

Auch bei der Monatshygiene hat sich bei mir einiges getan - früher, als ich mit 9 oder 10 Jahren meine Periode bekam - ja ich war sehr früh dran und wusste garnicht, wie mir geschah - da verwendete ich Binden, denn Tampons waren mir natürlich noch viel zu suspekt und unangehm ... aber auch das Gefühl mit der Binde war ekelhaft ... ich fühlte mich also an mindestens 5 Tagen im Monat einfach nur abgrundtief ekelhaft ... Dazu kam noch jede Menge PMS (prämenstruelles Syndrom) mit Migräneattacken bis hin zu Erbrechen und Ohnmacht, heftigen Schmerzen und und und - Ich erinnere mich noch, dass ich im Sommer bei einer Affenhitze zuhause hockte und weinte, weil ich gern mit meinen Freundinnen im Schwimmbad gewesen wäre... dass in den Wegwerfbinden aber auch jede Menge Schadstoffe, duftstoffe, Bleichmittel etc. enthalten sind, das sagte mir niemand ...


Ganz stolz war ich,  dass ich nach einigen Jahren dann den Wechsel zu Tampons schaffte, nun konnte ich also auch endlich wieder zu jeder Zeit baden gehen, fühlte mich sauberer - und stopfte mir nun unwissentlich das Gift auch noch in den Körper. Denn, wenn es sich nicht um ein Bio-Tampon handelt, so ist in der Baumwolle meist Glyphosphat enthalten, zwar in geringer Dosis - das muss man fairerweise sagen, angeblich in derselben wie in Taschentüchern - aber so ein Taschentuch halte ich mir nur wenige Sekunden an die Nase, so einen Tampon trage ich doch etwas länger im Körper mit mir herum. Noch dazu lösen sich oft kleine Fetzen vom Tampon beim Entfernen und verbleiben im Körper, wachsen teilweise sogar mit ein... Für das Scheidenmileu ist der Tampon auch nicht zuträglich - das alles wusste ich nur nicht.


Nach den Geburten meiner Kinder war mir der Tampon nicht mehr so angenehm, ich griff wieder auf Binden zurück - war aber auch nicht zufrieden - so kam ich also über Facebook irgendwann auf die Menstruationstasse - das ist ein kleiner Cup aus weichem, medizinischen Silikon (TPE oder Naturkautschuk) - er wird gefaltet eingeführt, entfaltet sich und saugt sich an der Scheidewand fest. Darin sammelt sich das Menstruationsblut und nach einigen Stunden, spätestens nach 12 - leert man den Inhalt in die Toilette, Die Tasse wird unter fliesendem Wasser gereinigt oder ausgewischt und kann direkt wieder verwendet werden. Einmal im Monat wird sie in heißem Wasser gekocht, also sterilisiert. Viele Frauen berichten auch darüber, dass sie seit der Verwendung von Menstruationscups weniger bis keine Periodenschmerzen mehr haben. Auch ich muss sagen, schmerzfrei bin ich nicht und auch das PMs begleitet mich noch nach wie vor, aber bei weitem nicht mehr so schlimm als damals in meiner Jugend, vielleicht auch weil ich das Thema inzwischen nicht mehr so schlimm und verkrampft sehe, wie damals und vielleicht eben auch wegen der Tasse.

Bei der Menstruationstasse ist es sehr wichtig, nicht die erstbeste aus der Drogerie oder gar aus China zu kaufen, auch wenn einem dabei oft versprochen wird, dass sie für jede Frau passen - sondern sich beraten zu lassen - das klingt erstmal etwas seltsam, ich weiß :-) aber eine junge Frau, die noch keine Kinder geboren hat, eine leichte Blutung hat und viel Sport treibt braucht eine ganz andere Tasse als eine 3-fach Mama, mit starker Blutung und strapaziertem Beckenboden :-) Ich kann wirklich jeder Frau empfehlen, lasst euch beraten - und findet dann die für euch perfekte Tasse, die zu euch, eurem Beckenboden, eurem Cervixstand und eurer Blutungsstärke passt und die ihr dann garnicht mehr spüren werdet. Ein bisschen Überwindung kostet es vielleicht anfangs schon, den eigenen Körper zu beobachten, den Cervixstand zu messen und den Fragebogen der Gruppe auszufüllen - aber die sind dort alle super nett und man geht ganz offen mit dem Thema um. Man kann sich aber auch einfach direkt bei ladyways.de beraten lassen, ganz anonym per Mail und dort auch direkt die passende Tasse dann bestellen, wenn man möchte.

Hier seht ihr die bunte Vielfalt verschiedener Cups

Ein lieber Dank geht an Marina Wolfschaffner, die Inhaberin von ladyways, die mir die Fotos zur Verfügung stellt. Sie berät euch gern und kennt sich richtig gut aus.

Achtung: nicht alle Menstruationstassen sind vegan

Ein Wort zu vegan - als ich meine Menstasse gekauft habe, hatten wir mit veganer Ernährung oder veganem Lebensstil noch nichts am Hut. Daher weiß ich garnicht sicher, ob meine vegan, also auch tierversuchsfrei ist, hab das aber schon beim Hersteller angefragt. Es sind wohl nicht alle Menstruationscups vegan, das kann aber gegoogelt und im Zweifelsfall beim Hersteller nachgefragt werden, es gibt jedenfalls auch da schon eine große Auswahl.

 

So kam ich also zu meiner Lilly Cup, die ich sehr liebe - auch wenn sie am Anfang und am Ende der Periode ein bisschen zwickt so dass ich mir evtl. noch eine zweite holen werde - für die stärkeren Tage ist sie perfekt und ich spüre sie garnicht. Meistens hält sich sehr gut dicht - wo wir schon beim nächsten Thema wären - MEISTENS.

Einige Frauen, die Menscups nutzen, nutzen ebenfalls Slipeinlagen sowie Binden als sogenanntes "Backup" , grade wenn man noch nicht so geübt ist mit der Tasse oder einfach zur Beruhigung, wenn sie doch nicht 100% dicht ist oder nachts, falls sie überläuft bei einer sehr starken Periode - doch ich hab ja für 2019 einen großen Vorsatz, nämlich so gut es geht auf Plastik zu verzichten, Müll zu vermeiden, Alternativen zu finden - z.B. alle Einwegartikel wie z.B. Einmalwaschlappen, Feuchttücher und Wattepads selbst zu nähen - und eben auch Slipeinlagen sowie Binden. Anfangs, als ich davon in Nähgruppen gelesen hab, fand ich die Vorstellung zugegebenermaßen etwas - seltsam...aber warum eigentlich nicht? Sie werden gewaschen und es ist mein Körper...Für die Kids hab ich zeitweise Stoffwindeln verwendet und strebe das beim nächsten Kind ausschließlich an - das ist eigentlich auch nichts anderes und hat mich nicht geekelt, warum dann beim eigenen Körper nicht wechseln? Diese bunten, selbstgenähten Slipeinlagen und Binden haben Suchtpotential und sind soo süß. Und so hab ich also begonnen, sie selbst zu nähen und brauche nun nie wieder Slipeinlagen oder Binden zu kaufen. Begonnen hab ich mit Slipeinlagen aus diesem Retro-Bettwäschen-Stoff - quasi um zu üben...

Nun habe ich mir diese 4 Hübschen gebastelt - aus weichem Samt als Backup für die Periode mit stärkerem Saugkern (3 Lagen Molton) - zwei Kleine und zwei Große - auch ohne Menscup zu verwenden an den leichteren Tagen - und bin total happy, ich liebe das Muster und wie weich sie sind.

Luxus für die Göttin während ihrer Erdbeerzeit

Es ist gesünder, weil schadstoff- sowie parfumfrei und schont die Scheidenflora, es spart Geld (sämtliche Stoffe hatte ich schon zuhause, die waren zu verschenken, meist auch alte Bettwäsche die schon zigmal gewaschen wurde und garantiert schadstofffrei ist - einzig die kleinen Knöpfe hab ich gekauft und sie bestehen aus Plastik, aber ich werde sie sehr lang verwenden) und es spart jede Menge Müll, Plastikumverpackungen etc. - Wer nicht nähen kann oder möchte, kann auch wunderschöne Slippys im Internet bestellen, das spart dann langfristig auch noch ein bisschen Geld wenn auch vielleicht nicht soviel wie selber machen, schont aber in jedem Fall die Gesundheit und die Umwelt - und jetzt? Muss ich wieder an die Nähmaschine...

Hier seht ihr noch eine kleine Übersicht von anderen Nutzern/Nähern

Danke ihr Lieben, dass ich eure Bilder verwenden darf!

Kathrin Bittner

(Eigengebrauch)

Julia Reisser (Eigengebrauch)


Mein Artikel entstand aus eigenem Antrieb und wurde nicht gesponsort!

Die Bilder, die nicht von mir sind oder mir von anderen zur Verfügung gestellt wurden, habe ich von pixabay.com

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Kommentare: 1
  • #1

    Lisa Bachhuber (Montag, 25 Februar 2019 14:43)

    Toller Artikel!!
    Die Zeiten der Tabuisierung sind vorbei ❤️

    Danke fürs Verlinken �